Ausgebucht! - Was kann „Sicherheit“ im Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe bedeuten?

Freitag, den 21.08.2026

Von 8.30 - 10.30 Uhr (Teams – Meeting)


Diese Veranstaltung ist ausgebucht!


Die gezielten Schüsse auf Mitarbeitende der Kinder- und Jugendhilfe in Stade stellen sicherlich ein Maximum der Eskalation eines Kinderschutzverfahrens dar, für welches jeder Versuch der fachlichen Einordnung aktuell eine Anmaßung darstellen würde. Nichts desto trotz ist es ein Gipfelpunkt, welcher in der Wahrnehmung vieler Fachkräfte durchaus als Szenario am Horizont sichtbar erschien. Insofern ist der Vorfall in Stade sicherlich ein im psychologischen Sinne „epiphanes Erlebnis“ – es gibt ein klares „davor“ und „danach“ – die Grenze zur offenen, tödlichen Gewalt ist gebrochen.

Im Kontext des Kinderschutzes – gerade auch im Zusammenhang mit familienrechtlichen Eingriffen – löst Kinder- und Jugendhilfe bei den betroffenen Familien extrem hohe Emotionen aus, schließlich ist die Herausnahme eines Kindes gegen den Elternwillen (auch die fachlich gebotene) wohl das belastendste Szenario, das man sich als Familie vorstellen kann. Und auch die Geschichte der Menschen, mit denen Mitarbeitende in diesem Kontext in Berührung kommen, ist häufig wenig bekannt. Und selbst wenn, was folgt daraus?

Drohungen, Umgang mit Familien im Dunstkreis der Kriminalität, Impulsivität und bekannte Gewaltvorfälle im Vorfeld werfen nicht erst jetzt, aber vielleicht doch aktuell verstärkt Fragen auf. Und es erscheint notwendig, sich diesen Fragen offen zu stellen und zu überlegen, ob Kinder- und Jugendhilfe aus dem sich zuspitzenden Erleben von Unsicherheit etwas lernen kann.

Referent: Prof. Dr. Menno Baumann ist Professor für Intensivpädagogik an der Fliedner-Fachhochschule in Düsseldorf und leitet dort den Forschungsbereich „interdisziplinäre Gewaltforschung“. Nach 15 Jahren im Kontext schulischer und außerschulischer Erziehungshilfe, davon 10 Jahre als Bereichsleitung bei einem Jugendhilfeträger in Niedersachsen, arbeitet er heute mit dem „praxisverwurzelten Teil“ seiner Tätigkeit als Sachverständiger für Familienrecht und Berater / Gutachter in hoch-komplexen Fallverläufen.


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