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Zukunft der Jugendhilfe: Gemeinsam neue Wege gestalten

Jugendhilfe im Wandel

Die Kinder- und Jugendhilfe befindet sich in einer Phase grundlegender Veränderungen. Angesichts gesellschaftlicher Diversität, wachsender Anforderungen und des Fachkräftemangels wird immer deutlicher, dass neue Wege gefragt sind. Es gilt, junge Menschen stärker in ihrem vertrauten Umfeld zu unterstützen, familiäre Ressourcen zu nutzen und so stationäre Unterbringungen zu vermeiden, wo immer dies möglich ist.

Digitale Entwicklungen, neue Kooperationsformen und Ansätze sozialräumlicher Arbeit bieten dafür große Chancen. Die Arbeitsgruppe versteht sich als Impulsgeberin, um diese Möglichkeiten praktisch nutzbar zu machen und Lösungsstrategien zu entwickeln, die langfristig Wirkung zeigen.

Ein gelungener Auftakt

Der Auftakttermin war geprägt von hoher Beteiligung, Offenheit und fachlicher Tiefe. Nach einer kreativen Kennenlernrunde arbeiteten die Teilnehmenden in drei intensiven Gesprächsrunden zu ihren Erwartungen, bisherigen Erfahrungen und ersten erkennbaren Veränderungen in der Praxis.

Schon zu Beginn wurde spürbar, dass die Themen-AG von einem gemeinsamen Grundverständnis getragen ist: Eine zeitgemäße Jugendhilfe braucht flexible, vernetzte und beteiligungsorientierte Strukturen, die Fachkräfte in ihrer Arbeit stärken und Familien Vertrauen geben.

Die Teilnehmenden erarbeiteten zentrale Themenfelder, die in den kommenden Monaten vertieft werden sollen – von der Stärkung kommunaler Netzwerke bis hin zu innovativen Lösungsmodellen für besonders herausfordernde Fallkonstellationen.


Leitgedanken und Schwerpunkte

  • Flexibilität und Kreativität: Hilfen müssen individuell, niedrigschwellig und mutig entwickelt werden. Entscheidend ist, frühzeitig anzusetzen und Alternativen zur stationären Unterbringung zu ermöglichen.
  • Fachlichkeit und Beziehungskontinuität: Hilfsprozesse sollen stabile Beziehungen sichern. Dafür braucht es Fachkräfte, die Verantwortung übernehmen und im direkten Kontakt mit den Adressatinnen und Adressaten wirken können.
  • Systemsteuerung und Organisation: Eine verlässliche Planungs- und Finanzierungsgrundlage ist Voraussetzung für gelingende Steuerung. Fachcontrolling und HZE-Steuerung werden als zentrale Instrumente benannt.
  • Kooperation und Sozialraumorientierung: Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und freier Jugendhilfe, die Einbindung lokaler Ressourcen und ein gemeinsames Denken im Sozialraum bilden das Fundament künftiger Entwicklungen.
  • Rechtliche und nachgehende Aspekte: Rechtskonforme, gut strukturierte Prozesse – insbesondere im Entlass- und Übergangsmanagement – sind notwendig, um nachhaltige Wirkung sicherzustellen.

Perspektive und Ausblick

Das Treffen zeigte eindrucksvoll, wie viel Energie und Gestaltungswille in der Fachpraxis vorhanden sind. Die Teilnehmenden brachten unterschiedliche Sichtweisen, Erfahrungen und Ideen ein, die in den kommenden Arbeitstreffen weiter ausgearbeitet werden.

Die Themen-Arbeitsgruppe möchte damit neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen, die sowohl die Fachkräfte entlasten als auch die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen stärken. Ihr gemeinsames Ziel ist klar: eine Jugendhilfe, die alltagstauglich, flexibel und zugleich verbindlich agiert – nah an den Menschen und mit Blick auf die Zukunft.

Mit dieser Motivation geht die AG in die nächste Phase. Die Ergebnisse des Auftakts bilden die Grundlage für eine innovative Weiterentwicklung der Hilfen zur Erziehung und zeigen, dass Zusammenarbeit und Kreativität der Schlüssel für eine zukunftsfähige Jugendhilfe sind.

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