Niedersachen klar Logo

SpraKiKon 2019 in Hannover

9. Jahreskonferenz der Sprachheilkindergärten und Kindergärten für Hörgeschädigte mit den Fachberatungsteam des Landes Niedersachsen


9. SpraKiKon 2019 im Stadtteilzentrum Ricklingen in Hannover am 10.10.2019

Die diesjährige SpraKiKon stand dieses Mal unter dem Motto „Multidisziplinäre Ansätze bei der Behandlung von hör- und sprachbeeinträchtigten Kindern in besonderen Herausforderungssituationen“ und wurde erstmalig von nifbe (Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung) unterstützt. Wie bei den letzten SpraKiKons fanden sich wieder viele Fachkräfte aus niedersächsischen Sprachheilkindergärten und Kindergärten für Hörgeschädigte zu gemeinsamer Weiterbildung und anregendem Austausch ein. Großer Dank gebührt dem Vorbereitungsteam Frau Agbovor (SHK Gifhorn), Frau Friebel (SHK Levesterstraße), Frau Stansch (SHK Ratswiese), Frau Voigt (SHK Wolfenbüttel) und Herrn Laskowski, die diese 9. SpraKiKon gemeinsam mit dem Team der Fachberatung Hören, Sprache und Sehen (Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie) sehr gut vorbereitete und mit interessanten Vorträgen und Workshops gestaltete.

Eröffnet wurde die SpraKiKon mit dem Vortrag von Dr. Matthias Wolter (Institut für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Konflikttraining, Osnabrück) mit dem Titel „Handeln bei Herausforderungen und Konflikten mit Kindern im pädagogischen Alltag“. In lebhafter Form und praktischen Beispielen wurden im Vortrag Handlungs- und Denkmuster, die in Konfliktsituationen üblich erscheinen dargestellt und zu alternative Handlungs- und Denkstrategien angeregt. Möglichkeiten zur Vertiefung mit praktischen Übungen gab es dann im anschließenden Workshop „Gelungener Umgang mit herausfordernden Kindern (&Eltern) unter Berücksichtigung der eigenen Impuls und Selbstkontrolle“. Bilder und Materialien der Powerpointpräsentation von Vortrag und vom Workshop finden Sie hier .

Für einen zweiten Vortrag konnte das Vorbereitungsteam Dr. Ann-Kathrin Bockmann (Universität Hildesheim, Institut für Psychologie) gewinnen. In ihrem Vortrag „Emotionsregulation bei Kindern mit Sprachstörungen - Hintergründe und Ergebnisse eines adaptierten Emotionsregulationstrainings (ERT)“ stellte sie Grundlagen der Emotionsregulation vor und beschrieb in interessanter Form Erfahrungen aus einer von ihr durchgeführten Studie bei spracherwerbsgestörten Kindern in der stationären Sprachheilbehandlung. In einem praxisorientierten Workshop mit dem Titel „Emotionsregulationstraining für Kinder – Gefühls-Achterbahn“ stellte sie mit Studierenden gemeinsam die Studie näher vor. Die Powerpointpräsentation vom Vortrag, Materialien und Skript zum Workshop finden Sie hier .

Auch dieses Mal fanden darüber hinaus noch viele sehr interessante und vielfältige Workshops mit folgenden Themen statt:

· Im Workshop A wurde von Benno Schaa (SHK Ratswiese, Hannover) das „Marburger Konzentrationstraining“ als freiwilliges und Spaß bringendes Trainingsprogramm für Kinder im vorschulischen Kontext mit praktischen Beispielen vorgestellt. Er berichtete anschaulich über seine Erfahrungen und zeigte die Möglichkeiten des Instrumentariums für interdisziplinäre Förderplanentwicklung auf. Vielfältige Unterlagen und Materialien zu diesem Workshop finden Sie hier .

· Im Workshop „Achtsamer Umgang mit Kindern mit Traumasymptomen im Kitaalltag“ wurde von Anja Schulze ( Fachberatung für Tageseinrichtungen für Kinder, Region Hannover) über verschiedene Aspekte von Traumatisierungserfahrungen von Kindern berichtet und über Möglichkeiten diese entsprechend dem jeweiligen Kind zu berücksichtigen und entsprechende Räume und Unterstützungs- und Förderangebote anzubieten. Angesichts der Zunahme von entsprechend auffälligen Kindern im Kindergartenalltag fand auch das Thema „Inseln im Stressmeer“ Berücksichtigung. Hier ging es um die Berücksichtigung der Ressourcen und der eigenen Bedürfnisse der pädagogischen Mitarbeiter*innen, um auch bei herausfordernden Situationen die eigenen Kräfte zu schonen und zu erhalten. Die sehr interessante Powerpointpräsentation, die sicherlich auch innerhalb von hausinternem Mitarbeiteraustausch sehr anregend ist, finden Sie hier .

· Um die Entwicklung von Graphomotorik, vom Greifen zum Schreiben und vom Strich zur Schrift ging es im interessanten Workshop „ (Be)greifen – Sprechen – Schreiben“ mit Ruth Brockmeyer-Schulze (Ergotherapeutin, SHK Bückeburg) und Tanja Treml (Physiotherapeutin, SHK Bückeburg). Gemeinsam berichteten beide aus ihren teilweise unterschiedlichen Blickwinkeln und von ihren gemeinsamen Erfahrungen und von der Bedeutung der Händigkeitsentwicklung.

· Den etwas längeren Titel „ Bockige Kinder, genervte Eltern – Stolperfallen & Chancen auf der Suche nach einer konstruktiven Haltung im Umgang mit Kindern und Eltern“ hatte der Workshop von Torsten Döring (Dipl.Psych., SHK Ratswiese, Hannover). Torsten Döring stellte in seinem Workshop zum einen dar wie wichtig eine vertrauensvolle Beziehung auch zu den Eltern, der uns anvertrauten Kinder ist, und wo Stolperfallen für einen gelingenden Beziehungsaufbau liegen. Des Weiteren wurden Erfahrungen über Einflussmöglichkeiten und „rote“ und „grüne“ Knöpfe ausgetauscht.

· Im Workshop „ Elternberatung im Kindergarten – ‚Reflektierende Familie‘“ wurde von Kristina Wuzel, Manuela Berger und Judith Klompmaker (Beratungs- und Therapiezentrum Leer) über ihre Arbeit mit Eltern im Sprachheilkindergarten Leer anschaulich berichtet. Mit ihrem Elternprojekt „Schatzsuche“ geht es darum die Eltern im Umgang mit ihren spracherwerbsgestörten Kindern zu sensibilisieren für die Fähigkeiten und Stärken ihrer Kinder. Ein erfolgreiches und zukunftsfähiges interessantes Projekt.

· In letzter Zeit begegnen uns häufiger Vermutungen und auch Diagnosen auf Vorliegen von autistischen Zügen oder auch von Autismus. In seinem Workshop „Frühkindlicher Autismus“ berichtete Gerrit Meister von der Autismusambulanz Braunschweig über das Formenspektrum des „frühkindlichen Autismus“ in Abgrenzung zum bekannteren Asperger-Autismus mit anschaulichen Beispielen. Im weiteren Verlauf des Workshops wurden Methoden zur Förderung und Kontaktadressen von Beratungszentren zur Diagnostik vorgestellt. Die Powerpointpräsentation finden Sie hier.

· Der Workshop „Konzept und Umsetzung der ‚offenen Sprachberatung‘ – Erfahrungen und Austausch“ wurde von Andrea Humke (SHK Bückeburg), Ursula Langel-Köcher (SHK Aerzen) und Diana Lönneker (SHK Holzminden) interessant gestaltet. Es wurden die unterschiedlichen Ansätze und Formen der Angebote vorgestellt. Im regen Austausch mit den Workshopbesucher*innen wurden auch Möglichkeiten der Vernetzung der einzelnen „offenen Sprachberatungsstellen“ erörtert.

Nach den Workshops und dem Vortrag von Frau Dr. Ann-Kathrin Bockmann wurde am Nachmittag im Plenum ein positives Resumée gezogen mit positiven Rückmeldungen der Teilnehmer*innen zu den Workshops und den Vorträgen. Positiv wurde von Seiten der Referent*innen und der Teilnehmer*innen auch die Verlängerung der Zeiten für die Workshops empfunden, da dadurch eine Vertiefung und ein Austausch ohne Zeitdruck besser ermöglicht wurde. Von Seiten des Vorbereitungsteams wurde dann zum Abschluss ein Ausblick auf die nächste SpraKiKon 2020 und auch 2021 gegeben.


Einige Impressionen von der SpraKiKon 2019 in Hannover

 
Dr. Matthias Wolter
 
Spaß und Freude bei den Vorträgen - das gibt es bei der SpraKiKon
 
Joachim Walter vom Fachberatunsgteam Hören, Sprache und Sehen moderiert mit Freude die SpraKiKon
 
Ruth Brockmeyer-Schulz und Tanja Treml: "(Be)greifen - Sprechen - Schreiben"
 
Workshopatmosphäre
 
Gerrit Meister "Frühkindlicher Autimus"
 
Ausschnitt aus der "Gefühls-Achterbahn"
 
Torsten Döring: "Bockige Kinder, generbte Eltern - Stolperfallen & Chancen auf Suche nach einen konstruktiven Haltung im Umgang mit Kindern und Eltern"
 
Angeregter Austausch in den Pausen
 
Teil des Vorbereitungsteams: Ute Stansch (2.v.l.), Nina Friebel (2.v.r.), Sandra Agbovor (re.) und Margret Marten als Gast
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln